Loberon Gewächshaus im Test

Wer im Frühjahr Tomaten vorzieht, empfindliche Kräuter überwintert oder einfach die Gartensaison um zwei Monate verlängern will, kommt an einem Gewächshaus irgendwann nicht vorbei. Loberon, ein Versandhaus mit Fokus auf Wohnen und Garten, bietet in seinem Sortiment mehrere Modelle an, die optisch zwischen klassischem Viktorianischen Stil und schlichtem Funktionsbau pendeln. Ob sie halten, was die Produktfotos versprechen, haben wir über mehrere Wochen nachgeprüft.

Welche Modelle Loberon anbietet

Das Loberon-Sortiment umfasst zum Zeitpunkt dieses Tests hauptsächlich kleinere Kalt- und Warmgewächshäuser aus pulverbeschichtetem Aluminium mit Polycarbonat- oder Echtglasverglasung. Die gängigsten Grundflächen liegen zwischen 4 und 12 Quadratmetern, Stehhöhe innen zwischen 1,90 und 2,10 Metern. Für diesen Test haben wir uns auf ein Modell mit 6 Quadratmetern Grundfläche, Aluminiumrahmen und 4-mm-Polycarbonatstegplatten konzentriert, das regulär zwischen 350 und 480 Euro kostet, je nach Aktionszeitraum.

Wer sich vorher einen Überblick über verschiedene Loberon-Modelle verschaffen will, findet bei Gewächshaus Loberon eine gute Zusammenstellung mit Modellvergleich und technischen Daten. Das spart den mühsamen Vergleich einzelner Produktseiten.

Aufbau: Zwischen Anleitung und Realität

Die Montageanleitung kommt gedruckt, auf Deutsch, mit überwiegend verständlichen Zeichnungen. Wer schon einmal ein Gewächshaus aufgebaut hat, braucht sie nur gelegentlich zur Kontrolle. Für Erstaufbauer ist sie ausreichend, aber an zwei Stellen schlicht falsch beschriftet, konkret bei der Befestigung der Dachsparren. Dort zeigt die Zeichnung eine Schraube M5x12, verbaut werden muss aber M5x16, sonst greift sie nicht durch den Rahmen. Wer die beiliegenden Schrauben sortiert, merkt das rechtzeitig.

Der Aufbau zu zweit dauert rund drei Stunden. Alleine ist er machbar, aber unbequem, weil die Dachscheiben jemanden brauchen, der sie hält, während die Nut eingerastet wird. Das Werkzeug liegt bei, ein Kreuzschlitzschraubenzieher und ein Gummihammer. Letzterer ist tatsächlich nötig, die Profile sitzen eng und lassen sich nicht von Hand zusammendrücken.

Qualität der Einzelteile

Die Aluminiumprofile fühlen sich solide an, kein Verbiegen, kein Knarzen. Die Stegplatten sind sauber geschnitten, ohne Ausrisse an den Kanten. Schwächer sind die Metallwinkel und Verbinder, die an einigen Stellen Grat aufweisen und leicht scharfkantig sind. Handschuhe beim Aufbau sind keine Übertriebung. Die Tür läuft nach dem Aufbau ordentlich in der Schiene, ohne zu klemmen, was bei dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist.

Praxistest über sechs Wochen

Aufgestellt auf einer bereits vorhandenen Betonplatte, ohne zusätzliche Bodenverankerung, stand das Gewächshaus stabil durch zwei Stürme mit gemessenen Windgeschwindigkeiten bis 65 km/h. Bei einer Verankerung im Erdreich oder mit Bodenschrauben, die Loberon optional anbietet, dürfte die Standfestigkeit noch besser sein.

Die Temperatur innen lag bei sonnigen Tagen im März bei bis zu 28 Grad Celsius, obwohl es draußen nur 9 Grad hatte. Das Dachfenster, das im Lieferumfang enthalten ist, lässt sich manuell öffnen und bringt bei konsequenter Nutzung die Innentemperatur in vertretbare Bereiche. Wer empfindliche Pflanzen kultiviert, sollte einen automatischen Fensteröffner nachrüsten, diese gibt es ab etwa 20 Euro im Fachhandel und passen auf die Standard-Rahmenbreite.

Tomaten, Paprika und Basilikum wurden ab Mitte März ausgesät und entwickelten sich sichtbar schneller als Vergleichspflanzen im Freiland. Nach sechs Wochen waren die Tomaten rund 40 Zentimeter groß, während die Freilandpflanzen gerade 15 Zentimeter erreicht hatten. Das ist kein wissenschaftlicher Vergleich, aber ein realistisches Bild dessen, was ein Kalthausgewächshaus leisten kann.

Schwachstellen, die man kennen sollte

  • Kondensation: An kühlen Morgen sammelt sich Wasser an den Innenseiten der Stegplatten und tropft auf die Pflanzen. Wer empfindliche Setzlinge kultiviert, sollte sie abdecken oder die Lüftung früh öffnen.
  • Bodenrahmen: Der mitgelieferte Bodenrahmen ist dünnwandiger als der Rest der Konstruktion. Auf unebenem Untergrund kann er sich leicht verziehen, was die Tür zum Klemmen bringt.
  • Dichtungen: Die Gummidichtungen zwischen Profil und Stegplatten schließen nicht überall perfekt. Bei starkem Regen dringt an einer Ecke leicht Wasser ein, nichts Dramatisches, aber merkbar.
  • Ersatzteile: Loberon selbst bietet keinen separat bestellbaren Ersatzteilservice. Wer eine Stegplatte beschädigt, muss über den allgemeinen Kundendienst anfragen, was erfahrungsgemäß mehrere Wochen dauert.

Vergleich: Was bekommt man für das Geld?

Kriterium Loberon (6 m²) Vergleichsklasse allgemein
Preis 350 bis 480 Euro 280 bis 550 Euro
Rahmenmaterial Pulverbeschichtetes Alu Alu oder verzinkter Stahl
Verglasung 4 mm Polycarbonat 4 bis 6 mm PC oder Glas
Aufbauzeit (zu zweit) ca. 3 Stunden 2 bis 5 Stunden
Dachfenster inklusive 1 Stück oft keins oder gegen Aufpreis

In dieser Preisklasse gibt es günstigere Angebote mit dünnerem Aluminium und ohne Dachfenster, sowie teurere Modelle mit 6-mm-Doppelstegplatten und besserem Wärmeschutz. Loberon positioniert sich solide im mittleren Segment. Wer ein Gewächshaus nur für die Frühjahrsvorzucht von Mai bis September nutzt, bekommt hier ein brauchbares Produkt. Wer ganzjährig kultivieren oder überwintern möchte, sollte über ein Modell mit besserer Isolierung und optionalem Heizkörperanschluss nachdenken.

Fazit: Für wen lohnt es sich?

Das Loberon-Gewächshaus ist kein Premiumprodukt, gibt sich aber auch nicht als eines aus. Die Verarbeitung der tragenden Teile ist gut, einzelne Komponenten wie Dichtungen und Bodenrahmen sind Schwachstellen, die man kennen und akzeptieren sollte. Die Montage ist für handwerklich halbwegs versierte Personen in einem Nachmittag machbar. Wer die Optik schätzt, die Loberon-Modelle durch ihre klare Linienführung mitbringen, bekommt ein Gewächshaus, das im Garten nicht wie ein Lagerzelt aussieht.

Für Gelegenheitsgärtner, die ihre Saison um vier bis sechs Wochen verlängern wollen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung. Professionellere Ansprüche erfordern ein höheres Budget oder einen anderen Hersteller. Wer unsicher ist, sollte sich zuerst über die konkreten Modellvarianten informieren und dann entscheiden, welche Grundfläche und Ausstattung zum eigenen Garten passen.