Haushaltsgeräte und Energie: Sparsam kaufen, clever nutzen

Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und Backofen gehören zur Grundausstattung fast jedes Haushalts. Gemeinsam verursachen sie einen großen Teil der Stromkosten. Wer ein neues Gerät kauft oder seine vorhandenen Geräte effizienter nutzen möchte, kann viel Energie sparen. Dieser Beitrag erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte, wie das Energielabel zu lesen ist und welche Gewohnheiten im Alltag den Verbrauch senken.

Das EU-Energielabel richtig lesen

Seit 2021 gilt für viele Haushaltsgeräte eine überarbeitete Skala von A bis G. Die früheren Zusatzklassen wie A+++ wurden abgeschafft. Ein Gerät, das früher als A+++ eingestuft war, kann heute deshalb in Klasse C oder D stehen, ohne dass es schlechter geworden ist. Wichtiger als die Buchstaben ist oft der angegebene Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Er erlaubt einen direkten Vergleich zwischen Modellen.

Weitere Angaben auf dem Label betreffen je nach Gerät den Wasserverbrauch, die Lautstärke oder das Fassungsvermögen. Hintergründe zur Kennzeichnung erklärt der Wikipedia-Artikel zur Energieverbrauchskennzeichnung.

Gerät für Gerät: Wo das Sparpotenzial liegt

Kühlschrank und Gefriergerät

Kühlgeräte laufen rund um die Uhr. Ihr Verbrauch summiert sich deshalb über das Jahr erheblich. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Größe: Ein zu großer Kühlschrank verbraucht unnötig Energie. Im Alltag helfen einfache Regeln:

  • Temperatur im Kühlschrank auf etwa sieben Grad, im Gefrierfach auf minus 18 Grad einstellen.
  • Gefrierfach regelmäßig abtauen, da eine Eisschicht den Verbrauch erhöht.
  • Warme Speisen erst abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen.
  • Gerät nicht direkt neben Herd oder Heizung stellen.
  • Türdichtungen prüfen: Schließt die Tür nicht richtig, entweicht Kälte.

Waschmaschine

Der größte Teil der Energie wird beim Waschen für das Erwärmen des Wassers benötigt. Moderne Waschmittel reinigen normal verschmutzte Wäsche bereits bei 30 oder 40 Grad gründlich. Eco-Programme dauern zwar länger, verbrauchen aber weniger Energie, weil das Wasser weniger stark erhitzt wird. Die Trommel sollte möglichst voll beladen werden.

Wäschetrockner

Trockner gehören zu den stromintensivsten Geräten im Haushalt. Wer auf ihn nicht verzichten möchte, sollte auf ein Modell mit Wärmepumpentechnik achten, das deutlich effizienter arbeitet als ältere Kondens- oder Ablufttrockner. Eine hohe Schleuderdrehzahl der Waschmaschine verkürzt die Trocknungszeit zusätzlich. Am sparsamsten bleibt der Wäscheständer.

Geschirrspüler

Ein voll beladener Geschirrspüler im Eco-Programm verbraucht in vielen Fällen weniger Wasser und Energie als das Spülen von Hand unter fließendem Wasser. Vorspülen ist bei modernen Geräten meist überflüssig. Grobe Essensreste genügt es abzukratzen.

Backofen und Herd

Umluft ermöglicht niedrigere Temperaturen als Ober- und Unterhitze. Auf das Vorheizen kann bei vielen Gerichten verzichtet werden. Beim Kochen spart ein passender Deckel auf dem Topf spürbar Energie. Induktionsherde arbeiten effizienter als ältere Elektroherde, weil die Wärme direkt im Topfboden entsteht.

Wann sich ein neues Gerät lohnt

Ein funktionierendes Gerät sofort zu ersetzen, ist nicht immer sinnvoll, denn auch die Herstellung verbraucht Ressourcen. Bei sehr alten Kühl- und Gefriergeräten kann sich ein Austausch jedoch lohnen, weil neue Modelle deutlich weniger Strom benötigen. Ein einfaches Strommessgerät aus dem Baumarkt zeigt, wie viel ein Gerät tatsächlich verbraucht, und hilft bei der Entscheidung.

Standby nicht unterschätzen

Neben den großen Haushaltsgeräten verbrauchen viele kleinere Geräte im Bereitschaftsmodus dauerhaft Strom: Kaffeemaschinen mit Uhr, Mikrowellen, Ladegeräte oder Unterhaltungselektronik. Schaltbare Steckdosenleisten machen es leicht, solche Geräte vollständig auszuschalten.

Weitere Anregungen

Wer über Haushaltsgeräte hinaus nach Möglichkeiten sucht, den Energieverbrauch zu senken, findet in den Energiespartipps der Biogesellschaft weitere Hinweise rund um Heizen, Licht und einen nachhaltigen Alltag. Die Seite verbindet das Thema mit Fragen zu Bioprodukten, Recycling und klimafreundlichem Konsum.

Fazit

Haushaltsgeräte bieten viele Ansatzpunkte zum Energiesparen. Beim Kauf zählen vor allem der tatsächliche Jahresverbrauch und die passende Größe, im Alltag die richtigen Einstellungen und Programme. Wer beides berücksichtigt, senkt seine Stromkosten dauerhaft, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Oft sind es gerade die kleinen Gewohnheiten, die über das Jahr gerechnet den größten Unterschied machen.