Handgemachte Keramik kaufen – woran erkenne ich wirklich gute Arbeit?

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  • #1178
    Miriam Sand — Küche & HaushaltMiriam Sand
    Moderator

    Ich bin gerade total in Keramik verliebt und möchte meine Wohnung damit einrichten – also Vasen, Schalen, vielleicht auch Tassen. Aber ich blicke ehrlich gesagt noch nicht so durch, was wirklich gute handgemachte Keramik ausmacht. Auf Etsy und Co. gibt es ja massenhaft Angebote, aber wie unterscheide ich echte Handarbeit von halbindustriellem Zeug? Worauf schaut ihr bei Glasur, Form, Oberfläche? Und gibt es Fehler, die okay sind, weil sie zur Handarbeit gehören – oder welche, die eher ein Zeichen schlechter Qualität sind? Bin für jeden Tipp dankbar!

    #1179
    AltbauAnna
    Teilnehmer

    Gute Frage, damit hab ich mich auch eine Weile beschäftigt bevor ich angefangen hab zu kaufen. Das wichtigste Merkmal für echte Handarbeit ist eigentlich die Unregelmäßigkeit – aber die richtige Art. Drehriefen innen an der Wandung, leicht variierende Wandstärke, kleine Asymmetrien in der Form. Das ist normal und gewollt. Was dagegen auf schlechte Qualität hindeutet: Risse in der Glasur die ins Toninnere gehen (nicht zu verwechseln mit Craquelé, das ist eine bewusste Technik), blasige oder abgeplatzte Glasurstellen, oder wenn der Boden nicht sauber abgeschnitten ist und kratzt.

    Innen sollte die Glasur gleichmäßig und ohne Lücken sein, gerade bei Trinkgeschirr. Außen darf es ruhiger rustikaler aussehen, das gehört oft zum Charakter.

    #1180
    LandhausLars
    Teilnehmer

    Ich ergänze noch: schau dir das Gewicht an. Handgedrehte Keramik hat oft eine gewisse Substanz, ist aber trotzdem nicht plump schwer. Wenn ein Stück für seine Größe unglaublich leicht ist, deutet das manchmal auf Gießkeramik hin – da wird flüssiger Ton in Formen gegossen, ist deutlich industrieller. Nicht zwingend schlecht, aber ein anderes Produkt als echtes Drehen.

    Ich hab mir damals vor dem Kauf viel bei mavo-home.com angeschaut, die haben schöne Keramik und man sieht an den Stücken ganz gut was gemeint ist mit handwerklicher Qualität – hat mir geholfen, ein Gefühl dafür zu entwickeln was wirklich gut gemacht ist.

    #1181
    DiyDiana
    Teilnehmer

    Als jemand der selbst töpfert (nur als Hobby) kann ich noch sagen: fragt ruhig den Verkäufer nach dem Brennvorgang. Einmal oder zweimal gebrannt? Zweimal ist aufwändiger – einmal kommt der Scherben, dann die Glasur, dann nochmal in den Ofen. Das macht die Glasur haltbarer und dichter. Viele kleine Töpfer machen das so, größere günstigere Anbieter sparen das manchmal.

    Und bei Craquelé (diese feinen Haarrisse in der Glasur) – das ist oft gewollt und sieht toll aus, aber bei Kochgeschirr oder Tassen würde ich eher ohne kaufen, weil sich da mit der Zeit Bakterien sammeln können. Bei dekorativen Sachen ist es total okay.

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